Das Museum

“„… Das Ausmaß des von den Nazis geplanten und ausgeführten Holocaust muss für immer in unserem kollektiven Gedächtnis verankert bleiben (…).
Dieses ungeheure Grauen ebenso wie die Größe der Heldenakten können Eckpfeiler für uns sein, die menschliche Fähigkeit zum Guten wie zum Bösen zu verstehen…“

(von der Stockholmer Erklärung, welche im Januar 2000 von den Vertretern aus 45 Staaten unterzeichnet wurde)

Im Februar 1945 wurden die Häftlinge des Hauptlagers in Gross-Rosen (Rogoźnica) evakuiert. Am 13. Februar ging der letzte Transport ab und die Sowjetische Armee nahm das verlassene Lager ein. Im März 1947 wurde es offiziell an die polnischen Behörden übergeben, die mit Ordnungsarbeiten auf dem Lagergelände und Sicherung der Lagerrelikte begannen. Am 11.09.1947 entstand das Komitee für Schutz von Gross-Rosen (Komitet Ochrony Gross-Rosen). Man veranstaltete einen Wettbewerb für das Projekt eines Mausoleums zum Gedenken an die Opfer des KL Gross-Rosen, und begann Finanzmittel für die Errichtung dieses zu sammeln. Am 2.11.1947 fand die feierliche Einmauerung des Grundsteins für das Denkmal-Mausoleum nach dem Entwurf von Adam Procki statt. Seine Enthüllung erfolgte im Herbst 1953. In das Mausoleum wurden die Aschen der Häftlinge gelegt. 1963 entfernte man vom Steinsockel eine bronzene Skulptur. 1985 wurden am Denkmal-Mausoleum zwei Flügel zugebaut, in welche die Erde aus den Geländen der ehemaligen Außenlager von Gross-Rosen gelegt wurde.

Die lokalen Behörden, an die das Gelände des ehemaligen Lagers 1947 übergeben wurde, sicherten seinen Schutz, indem sie Wärter anstellten, dagegen wurde die städtische Abteilung des Bundes der Ehemaligen Politischen Häftlinge in Świdnica (Związek Byłych Więźniów Politycznych) zu seiner direkten Betreuerin, die später auf die lokale Abteilung des Bundes der Kämpfer für Freiheit und Demokratie (Związek Bojowników o Wolność i Demokrację) überging.
In den 50er Jahren wurde die meritorische Betreuung des Geländes des ehemaligen Lagers Gross-Rosen dem Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau anvertraut.
In dem linken Flügel des Lagertors entstand 1958 die erste Museumsexposition.
1963 wurde das Lagergelände in das Landesdenkmalregister (Krajowy Rejestr Zabytków) eingetragen, was eine Bewilligung von Geldmitteln für die Ausführung der Sanierungs- und Sicherstellungsarbeiten bewirkt hat. Man konservierte Räume am Eingangstor und erhaltene Fundamente der Baracken, rodete Bäume und Büsche entlang der Lagerumzäunung. Für die Wohnung des Wärters wurden Büroräume in dem ehemaligen SS-Kasino adaptiert, der Rest des Gebäudes wurde abgebaut.

Anfang der 70er Jahre übernahm das Historische Museum in Wrocław die meritorische Betreuung des ehemaligen Lagers Gross-Rosen und konzentrierte sich vor allem auf die weitere Konservierung der Lagerrelikte; man begann auch die auf die Rekonstruktion des Kasinos abzielenden Arbeiten. An die künftige Ausstellung denkend, sammelte man Dokumente und Exponate, die mit der Tätigkeit des KL Gross-Rosen verbunden waren.


Im Zusammenhang mit den administrativen Veränderungen und der Entstehung der Wałbrzycher Woiwodschaft übernahm das Bezirksmuseum (Muzeum Okręgowe) in Wałbrzych die Betreuung dieses Geländes.
In den Jahren 1978-1982 wurde auf den Fundamenten des ehemaligen SS-Kasinos ein Pavillon erbaut, in dem sich heute Ausstellungs- und Projektionsräume des Museums befinden.
Am 21. April 1983, kraft der Verordnung des Ministers für Kultur und Kunst, entstand das Staatliche Museum Gross-Rosen. Um seine Gründung bemühten sich die Kreise der ehemaligen Häftlinge und die damaligen Lokalbehörden, bewusst, dass der Zeitablauf die Möglichkeit begrenzt oder gar beseitigt, vor allem Berichte und Erinnerungen der ehemaligen Häftlinge wie auch erhaltene Dokumente über das KL Gross-Rosen zu sammeln und aufzubewahren. 38 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann das Staatliche Museum Gross-Rosen die Arbeit, um die materiellen Relikte des ehemaligen Konzentrationslagers Gross-Rosen sicherzustellen, das Leid und den Tod Tausender auf diesem Landstrich zu dokumentieren und dieses Wissen an die gegenwärtige Generation zu übertragen. Es war der letzte Moment, um ein kleines Fragment des dunkelsten Teiles der Geschichte der modernen Welt vor Vergessenheit zu bewahren.
Die Hauptaufgabe des Museums ist das Sammeln von Quellenmaterial zur Geschichte des Lagerkomplexes KL Gross-Rosen, die wissenschaftliche Forschung und die Verbreitung von Geschichtswissen, sowie die Sicherung der Lagerrelikte und ihrer Zugänglichkeit für Museumsbesucher. Diese Arbeit wird in drei Hauptabteilungen geführt, und zwar in der Dokumentationsabteilung, Wissenschaftlichen Forschungsabteilung und Pädagogischen Abteilung.
Im September 2005, nach langjährigen Bemühungen, dank der Stiftung Steinbruch Gross-Rosen (Fundacja Kamieniołomy Gross-Rosen), unterstützt von dem Polnisch-Amerikanischen Unternehmungsfonds (Polsko-Amerykański Fundusz Przedsiębiorczości) wurde das Museumsgelände um den historischen Granitabbauraum erweitert, wo während des Krieges die Häftlinge des KL Gross-Rosen arbeiteten und starben. Dieses Terrain wurde geordnet, umzäunt und beleuchtet.
Im Museum in Rogoźnica laden wir zur Besichtigung des Geländes des ehemaligen Konzentrationslagers und des Steinbruchs – Ortes der Arbeit der Häftlinge – ein. Man kann auch folgende Ausstellungen besichtigen:

Auf dem ehemaligen Lagergelände sind erhalten geblieben:

  • Das Lagertor mit zwei anliegenden Wachstuben;
  • Fundamente der Häftlingsblocks und des Krematoriums;
  • Lagerglockenturm;
  • Kellerräume des Waschraums, der Häftlingsküche, der Weberei und des Blocks 9/10;
  • der Ofen des Feldkrematoriums,
  • die Todeswand – Platz der Massenexekutionen an Häftlingen (heute befinden sich an dieser Stelle Gedenktafeln für die Opfer des Lagers);
  • Fragmente der Lagerumzäunung;
  • Erhalten geblieben ist auch der alte, 1992 in das Denkmalregister eingetragene, Abbauraum im Steinbruch – ein der zwei Hauptarbeitsplätze der Häftlinge.

Neue Elemente, die den Bildungscharakter des Ortes bereichern, sind getreue Rekonstruktionen von einer Häftlingsbaracke und einem Wachturm.


Ein wichtiger Tätigkeitsbereich des Museums ist die Verbreitung des Wissens über die Geschichte des Lagers unter den Schülern. Es besteht auch eine enge Zusammenarbeit mit den Kreisen der ehemaligen Häftlinge u.a. aus der Region von Wałbrzych, Wrocław, Poznań und Warszawa. Alljährlich, am ersten Septembersonntag, werden Gedenkfeierlichkeiten auf dem Gelände des ehemaligen Lagers organisiert, verbunden mit einem feierlichen Feldgottesdienst für die Ermordeten.
1999 hat das Museum den Status eines staatlichen Museums verloren und seine Tätigkeit wird jetzt von dem Selbstverwaltungsparlament der Niederschlesischen Woiwodschaft (Sejmik Samorządowy Województwa Dolnośląskiego) finanziert. Es sind begrenzte Dotationen, die nicht erlauben, eine umfassende Wissenschafts-, Archiv- und Bildungsarbeit zu führen und die Lagerrelikte systematisch zu konservieren. Mit Hinsicht auf den Charakter dieses Ortes – das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers ist ein Friedhof für Tausende Opfer – wird kein Eintrittsgeld erhoben.
Aus diesem Grund wenden wir uns an alle mit einem Appell um Hilfe und Unterstützung der Tätigkeit des Museums. Der für dieses Ziel gespendete Betrag kann auf das Konto des Museums eingezahlt werden:

BZ WBK SA 1 O/Wałbrzych
Nr  PL 62 1090 2271 0000 0001 0201 9397
KOD SWIFT: WBKPPLPP

Mit großer Satisfaktion und Dankbarkeit zählen wir Sie zum Kreis unserer Spender!

Wir danken der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius aus Hamburg, die das Museum Gross-Rosen finanziell mit einem Betrag von 1500 Euro unterstützt hat. Für diesen Geldbetrag wurde ein Teil der Kopien von Dokumenten aus den Archivbeständen der Bundesarchiv-Außenstelle in Ludwigsburg finanziert, welche die Verfahren gegen die Mannschaft des Konzentrationslagers Gross-Rosen betreffen. Diese wertvolle Sammlung von Verhörprotokollen und Berichten der ehemaligen Häftlinge hat das Archiv des Museums Gross-Rosen wesentlich bereichert.
Herzlichen Dank an Herren Karol und Marek Dziki für finanzielle Unterstützung des Museums Gross-Rosen. Nach ihrem Wunsch soll der gespendete Betrag auf das vom Direktor des Museums Gross-Rosen gewählten Zweck bestimmt werden. Mit Dankbarkeit wurden die beiden Herren zum Kreis unserer Spender gezählt.

Wir danken herzlich Herrn Paul Fischer für die finanzielle Unterstützung der Tätigkeit des Museums. Aus diesem Betrag, wie der Wille von Spender war, wird die Ausgabe des Buches: „AL Friedland – filia KL Gross-Rosen w Mieroszowie” finanziert.